Specialist Insights: Von praktischen Herausforderungen zu zuverlässigen Kabelverbindungslösungen
Die Anforderungen an Kabelverbindungen verändern sich rasant. Stromnetze werden zunehmend stärker belastet, Projekte müssen schneller umgesetzt werden und die Bedingungen, unter denen Lösungen funktionieren müssen, werden immer anspruchsvoller. Laut Frank van Lent entstehen genau hier die Fragen, die letztendlich über die Zuverlässigkeit einer Lösung entscheiden.
Frank arbeitet seit 2019 bei Lovink Enertech und ist im Bereich F&E als Projektmanager für große Entwicklungsprojekte tätig. In seiner Rolle beschäftigt er sich sowohl mit der technischen Produktentwicklung als auch mit der Organisation des Entwicklungsprozesses. Eine zentrale Frage steht dabei im Mittelpunkt: Vor welchen Herausforderungen stehen Kunden in der Praxis und wie lassen sich diese in praktikable Lösungen übersetzen?
Wie er selbst sagt: „Alles beginnt damit, die Herausforderung des Kunden zu verstehen. Wo liegen die Probleme und wie können wir eine Lösung entwickeln, die genau zu seinen Anforderungen passt?“
Entwicklung beginnt nicht mit der Lösung
In der Produktentwicklung geht es laut Frank nicht darum, sofort eine Lösung zu entwickeln, sondern zunächst das Problem klar zu definieren.
„In vielen Fällen haben Kunden bereits eine bestimmte Lösung im Kopf“, erklärt er. „Diese basiert jedoch häufig auf dem, was sie bereits kennen. Wenn man wirklich innovativ sein möchte, muss man darüber hinausdenken.“
Das bedeutet auch, dass Entwicklungsinitiativen aus einer Kombination von Marktkenntnissen, Kundenfeedback und Erfahrungen aus Projekten entstehen.
Laut Frank spielt die enge Zusammenarbeit mit Kunden dabei eine entscheidende Rolle: Lösungen werden nicht nur entwickelt, sondern auch unter realen Bedingungen validiert. „Wir überprüfen kontinuierlich, ob das, was wir entwickeln, tatsächlich den Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden entspricht.“
Der steigende Druck auf die Stromnetze erfordert neue Lösungen
Eine der wichtigsten Entwicklungen, die Frank beobachtet, ist der stetig steigende Strombedarf. Stromnetze müssen erweitert und verstärkt werden – oftmals unter erheblichem Zeit- und Kapazitätsdruck.
„Die Energiewende erfordert deutlich mehr Netzkapazität“, erklärt er. „Gleichzeitig stehen Netzbetreiber vor Personalmangel und starren Prozessen, wodurch eine schnelle Skalierung erschwert wird.“
Dieser Druck wirkt sich direkt auf die Produktentwicklung aus. Lösungen müssen nicht nur technisch überzeugen, sondern auch schneller und einfacher zu installieren sein.
„Ein zentraler Schwerpunkt für uns besteht darin, die Anzahl der Montageschritte zu reduzieren und das Fehlerrisiko zu minimieren. Je einfacher der Installationsprozess, desto zuverlässiger das Endergebnis.“
Unterschiedliche Anwendungen erfordern unterschiedliche Entscheidungen
Nicht jede Anwendung stellt dieselben Anforderungen. Frank erkennt deutliche Unterschiede zwischen Netzbetreibern und Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien.
Bei Netzbetreibern liegt der Fokus häufig auf:
- Langfristiger Zuverlässigkeit
- Robustheit
- Einsatzmöglichkeiten bei begrenztem Platzangebot
„In städtischen Gebieten spielt beispielsweise der verfügbare Raum eine deutlich größere Rolle“, erklärt er. Bei Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien liegt der Schwerpunkt hingegen stärker auf Kapazität und Leistungsfähigkeit.
Daher erfordert die Produktentwicklung stets individuelle Entscheidungen, abhängig von der Anwendung und der Umgebung, in der die Lösung eingesetzt wird.
Warum Kabelmuffen mehr sind als nur ein Detail
In der Praxis stellt Frank fest, dass Kabelmuffen häufig unterschätzt werden, obwohl sie eine entscheidende Rolle für die Leistungsfähigkeit des Netzes spielen.
Ein wesentlicher Unterschied zu traditionellen Lösungen liegt im Installationsprozess. Dies zeigt sich besonders bei Schrumpftechnologien. „Das Schrumpfen ist echtes Handwerk. Im Feld werden dabei nach wie vor regelmäßig Fehler gemacht.“
Genau hier bieten die Lösungen von Lovink einen klaren Vorteil. Sie sind so konzipiert, dass Fehler entweder seltener auftreten oder frühzeitig erkannt werden können. „Bis zu einem späten Zeitpunkt im Installationsprozess lässt sich noch überprüfen, ob alles korrekt ausgeführt wurde. Das schafft Kontrolle und reduziert das Risiko von Fehlern.“
Entwicklung der LoviX® Produktlinie
Die Entwicklung der LoviX® Produktlinie stellt einen wichtigen Schritt für Lovink dar. Laut Frank wird die LoviX® Reihe kontinuierlich als Ergänzung zu den bestehenden LoviSil-Lösungen erweitert.
Innerhalb dieser Produktlinie ist die Einführung der LoviX® R70 eine wichtige Entwicklung, deren Markteinführung in naher Zukunft geplant ist. Diese Erweiterung ist nicht ausschließlich technisch motiviert, sondern vor allem das Ergebnis veränderter Marktanforderungen.
Frank erklärt: „Als wir mit der Entwicklung der LoviX® Reihe begonnen haben, lag der Fokus auf kleineren Kabelquerschnitten, da wir dort die größte Nachfrage erwartet haben. Doch der Markt hat sich verändert. Die Kabelquerschnitte werden größer und die Anforderungen steigen.“
Während früher 240 mm² als Standard galten, werden heute zunehmend Kabel mit 630 mm² oder sogar 800 mm² eingesetzt. Diese Entwicklung erfordert Lösungen, die höhere Leistungen bewältigen können, ohne Kompromisse bei Zuverlässigkeit oder Praxistauglichkeit einzugehen.
Praxisbeispiel: Anforderungen eines Netzbetreibers
Während der Entwicklung zeigte sich, dass ein großer Netzbetreiber mit hohen Schirmströmen konfrontiert war. Diese entstanden dadurch, dass Kabel parallel statt in Dreiecksanordnung verlegt wurden. Dadurch ergeben sich andere Anforderungen an die Verbindung.
Frank beschreibt, wie praktische Erkenntnisse die Entwicklung direkt beeinflussen: „Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden während der Entwicklung können wir solche Anforderungen von Anfang an berücksichtigen. Dadurch stellen wir sicher, dass die Lösung nicht nur technisch funktioniert, sondern auch optimal zur tatsächlichen Anwendung passt.“
Durch die frühzeitige Berücksichtigung dieser Informationen konnten die Anforderungen direkt in die Entwicklung der LoviX® R70 einfließen. Dadurch eignet sich die Lösung auch für Anwendungen mit hohen Schirmströmen und parallelen Kabelanordnungen.
Prüfungen und Validierung als Grundlage für Vertrauen
Prüfungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Produktentwicklung. Für Frank geht es dabei nicht nur um die Überprüfung der Funktionalität, sondern auch darum, Vertrauen bei den Kunden aufzubauen.
Kabelmuffen durchlaufen standardisierte Typprüfungen, die aus mehreren Phasen bestehen:
- Erste elektrische Prüfungen
- Beschleunigte Alterungsprüfungen
- Wiederholte Prüfungen nach Belastung
Während dieser Prüfungen werden die Produkte extremen Bedingungen ausgesetzt, um sowohl die mechanische als auch die elektrische Alterung zu simulieren.
Erst wenn eine Lösung diese Prüfungen erfolgreich besteht und weiterhin zuverlässig funktioniert, kann sie als dauerhaft zuverlässig angesehen werden.
Was Entwicklung letztendlich bewirkt
Für Frank liegt der Wert der Entwicklung nicht nur im Endprodukt, sondern auch im gesamten Prozess dahinter. „Am meisten interessiert mich, ob die Kunden dieselben Vorteile erkennen, die wir selbst in der Lösung sehen.“
Die eigentliche Bestätigung kommt erst in der Praxis, wenn eine Lösung in realen Projekten eingesetzt wird. Gleichzeitig blickt er mit Stolz auf die Entwicklung der LoviX® Reihe zurück. „Dies ist eine neue Produktlinie für ein wachsendes Marktsegment und damit ein wichtiger Schritt für Lovink.“
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Gerne sprechen wir mit Ihnen über Herausforderungen im Bereich Kabelverbindungen und deren praktische Anwendung in Ihren Projekten.



